SI im Spotlight: Klaus Geyer.

Der System-Integrator (SI) spricht über die Gemeinschaft mit seinen Kollegen, die Herausforderungen der Branche und das neue Online-Seminar.

In der neuen Spotlight-Reihe mit unseren Partnern aus dem SI-Netzwerk geben wir Ihnen Einblicke in die Arbeitsweise eines System-Integrators und geben unseren Experten auch die Möglichkeit, fachspezifische Themenbereiche vorzustellen.

Im ersten Teil haben wir Klaus Geyer zu Gast, der am 23. Februar erstmals das CC Online-Seminar zum Thema »Planung und Umsetzung von smarten Hotels« geleitet hat.

»Wir teilen uns die Arbeit auf. Wir sind ja eine eingespielte Truppe und stehen im regen Austausch. Klar ist EDV ein Teilbereich meiner Arbeit, aber wo die anderen viel fitter sind, sind einfach die Use Cases.«
– Klaus Geyer über die Zusammenarbeit der System-Integratoren.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Klaus Geyer herzlich dafür bedanken, dass er sich trotz vollem Terminkalender die Zeit für unsere Fragen genommen hat. Wenn Sie selbst noch Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns über unser Kontaktformular oder beteiligen Sie sich für direktes Feedback an unseren Online-Talks & Online-Seminaren.

Projekt wurde in Mannheim, Deutschland, ein aus den 1970ern stammendes Haus komplett für einen an Parkinson erkrankten Patienten umgebaut.

Prämiertes KNX-Projekt aus Mannheim von Klaus Geyer. Mehr lesen.

CC: Der Aufgabenbereich des System-Integrators ist recht modern. Können Sie hier Einblicke gewähren?

Klaus Geyer: Die Idee des System-Integrators kam eigentlich von Gira. Beziehungsweise war es damals eine Hand voll von EIB-Installateuren, die festgestellt haben:

»Wie sollen wir diese Projekte jemals fertigstellen, wenn sich nicht vorher jemand drum kümmert, der vorgibt: Wir können das so gar nicht vernetzen, weil der Hersteller XY das nicht kann. Oder wir können eine Vernetzung nur auf diese Art und Weise einrichten.«

Das ist eigentlich unsere Aufgabe: Im Vorfeld machen wir eine Road-Map für das jeweilige Projekt, schreiben ein Raum-Buch und legen den Workflow fest. Wie gehen wir überhaupt vor und was soll denn tatsächlich vernetzt werden – das klären wir als System-Integratoren.

CC: Wie hilft der System-Integrator dem Kunden bei der Planung?

Klaus Geyer: Als Kunde nehme ich den SI mit ins Boot, weil er die Bandbreite der Produkte kennt und absteckt, was mit einzelnen Herstellern möglich ist.

Dann ist der Kunde relativ frei in seiner Entscheidung, wenn er die technische Struktur des Gebäudes nach einem gewissen Prinzip aufbaut. Es ist das Bausteindenken. Wenn der Kunde musikaffin ist, dann kommen beispielsweise Revox-Lösungen infrage, ist er energieaffin, setzen wir einen besonderen Fokus auf Verbrauch und Nachhaltigkeit, wenn Sicherheitstechnik ein Thema ist, gibt es auch hierzu entsprechende Produkte und Hersteller.

CC: Was sind in Ihren Augen zukünftig die größten Herausforderungen der intelligenten Gebäudetechnik?

»Kostenoptimiert, verständlich, kaufmännisch nachvollziehbar – das soll es natürlich auch sein und das ist vollkommen okay. Wenn wir so ein Bauvorhaben allerdings als Netzwerk und Kooperation sehen, dann kann der System-Integrator in den ganzen Bereichen auch darüber hinaus Denkanstöße geben.«

CC: Am 23.02. haben Sie erstmals das Online-Seminar über smarte Hotels geleitet – was ist der Unterschied zum Online-Talk?

Klaus Geyer: Der Talk soll erstmal abholen, das heißt: Man bringt sich erstmals in das Thema ein. »Das ist interessant für mich oder nicht interessant für mich.« Der zweite Schritt: Im Seminar müssen wir sowohl die mitnehmen, die beabsichtigen in diesem Bereich jetzt was zu tun als auch die, die nicht zwangsläufig planen, sondern die Idee »Wo will ich denn hin?« weiterentwickeln. Es muss ein Selbstfindungstrip werden.

Interessenten sollen sich im Klaren darüber sein, wo sie hinmöchten und was dafür getan werden muss. Wir geben dafür die Werkzeuge mit.

Wir werden diese zentrale Fragen klären:

  • Welche Punkte muss ich mir anschauen?
  • Was brauche ich dort für Instrumente?
  • Wie arbeite ich mit diesen Instrumenten zielgenau auf das gewünschte Endergebnis zu?
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Planung und Umsetzung von
smarten Hotels & Apartments

Termin:

  • Neue Termine folgen

Redner:

  • Raphael Tkacz
  • Klaus Geyer
Zum Seminar ►

CC: Was sind Beispiele für Synergien, die sich in der Hotelplanung ergeben?

Klaus Geyer: Wenn man einen Wellness-Bereich baut, wäre es zum Beispiel nicht schlecht, über den Fernseher den Terminkalender der Massageabteilung zu kommunizieren. Man kann nach freien Terminen sehen und den nächsten Termin gleich reservieren.

Auf der anderen Seite kriegt die Massageabteilung dann auch mit: »Ah, der Herr Meier oder die Frau Müller hat sich jetzt hier eingeloggt und hat sich jetzt angemeldet. Der/Die kommt als Nächstes.« Bei einer Verspätung, kann man die jeweiligen Personen dann direkt kontaktieren.

Also diese Prozesse, diese Zusammenhänge ergeben sich, weil die Technik da ist. Wenn ich einen eigenen Fernseher habe, dann habe ich ja die Technik schon vor Ort und kann sie sinnvoll nutzen. Mit relativ wenig Aufwand in der Planung schaffe ich wertvolle Synergien.

Beim Housekeeping – wenn ich entsprechende Sensorik im Zimmer habe – kann ich sehen, ob der Gast noch im Zimmer ist. Somit kann ich meine Prozesse dann ganz anders steuern und alle Informationen auch zentral verarbeiten und abrufbar machen, zum Beispiel bei der Hausdame.

CC: Zu guter Letzt, was macht Ihnen bei der Arbeit als System-Integrator am meisten Spaß?

Klaus Geyer: Das ist die permanente Bewegung. Also die geistige Bewegung und die technische Bewegung. Es ist auch sehr kreativ, denn man hat so viele Berührungspunkte über sämtliche Gewerke.

Ob es jetzt die Oberflächen sind, weil dort eine rosa Tapete hinkommt oder ob es der Heizungsbauer ist, mit dem du bei der Luftzirkulation eine Lösung finden musst. Man hat also zu allen Gewerken Schnittpunkte und das macht es spannend, denn es wird einfach nicht langweilig. Man lernt Menschen kennen, die immer wieder neue Ideen haben.