SI im Spotlight: Anton Hieber.

Seit fast 30 Jahren ist Anton Hieber in KNX-Projekte involviert. Sein gutes Auge für technologische Trends und Entwicklungen ist die beste Basis für die Arbeit als System-Integrator.

Im Rahmen unserer Interview-Reihe mit den Connected Comfort System-Integratoren gibt Anton Hieber Einblicke in vergangene Projekte, neue Pläne und das Herzstück seiner Arbeit: den firmeneigenen Hightech-Showroom.

Wer sich von Anton Hieber beraten lassen will oder einfach Interesse an intelligenter Gebäudetechnik hat, nimmt am besten an unseren Online-Talks teil, in denen Anton Hieber und weitere System-Integratoren ausgewählte Themen vorstellen.

Zu den Online-Talks

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Das Tolle an KNX ist, dass man damit sowas wie einen großen Baustein-Kasten hat. KNX gibt es in allen Bereichen der Technik. Wir haben damit die Möglichkeit, die Anforderungen der Kunden schnell und gezielt umzusetzen. Es ist schon spannend, mit welchen verrückten Wünschen die Kunden auf uns zukommen. Die denken oftmals anders als wir. Aber dank KNX haben wir den Baukasten an der Hand, um genau solche Ideen in die Tat umzusetzen. So schaffen wir gemeinsam aus Idee, Anforderung und Technik ein großartiges Erfolgsprojekt mit hoher Kundenzufriedenheit.
Anton Hieber

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Der Connected Comfort Show Room bei Elektro Hieber in Schwabmünchen.

Connected Comfort Showroom von Anton Hieber. Mehr erleben.

CC: Sie sind schon fast 30 Jahre KNX-zertifiziert. Wie kam es dazu?

Anton Hieber: Damals hieß es ja nicht KNX, sondern EIB. Unser Meister hat damals eigentlich sofort auf dieses Pferd gesetzt, weil wir früher schon viel für die Industrie tätig waren und dadurch war immer wichtig ganz vorne am Puls der Zeit zu sein. Das erste Projekt haben wir dann 1992 dann direkt umgesetzt. Das war ein großer Kunststofffertiger einen Ort neben uns und ’94 haben wir das erste offizielle KNX-Zertifikat erhalten.

Im Jahre 1996 war dann das erste große Einfamilienhaus, das wir mit KNX gemacht haben und 2000 haben wir mit Gira für denselben Kunden den ersten Home Server eingebaut. Das war damals eine spannende Sache – da haben wir mit Unterstützung von Gira an einem Abend 100 Glühbirnen angeschlossen. Das war auf jeden Fall lustig.

CC: Man wollte schon damals ganz vorne mit dabei sein und ist es heute noch mit derselben Technik: Ist das der Grund, warum man sich heute noch für KNX entscheidet?

Anton Hieber: Ja, absolut. Das ist für uns elementar entscheidend, dass auch die „alten Projekte“ immer noch KNX/EIB sprechen und wir eben bei diesen „alten Projekten“ dem Kunden alles anbieten können, was es jetzt Neues gibt. Damals waren wir absolut reduziert auf acht Hersteller, die EIB angeboten haben und heute haben wir über 500. Das ist für uns eine super Range aus der wir schöpfen. Von Licht, Heizung, Jalousie bis Schwimmbäder, HiFi-Video können wir alles einbinden. Das macht die Sache einfach spannend.

CC: Wie schätzen Sie die Zukunft des Fachhandwerks in Ihrer Branche ein?

CC: Sie als System-Integrator sind dann bei 500 Herstellern für alle Gewerke verantwortlich, zumindest was die Vorauswahl betrifft?

Anton Hieber: Genau, das ist der entscheidende Punkt beim System-Integrator. Wir sind Elektriker auf der einen Seite, aber als Elektriker kommen sie immer in den Bereich, dass sie auch die System-Integration machen müssen. Jeder andere Handwerker bringt seine Produkte mit und wir müssen diese dann so zusammenfassen, dass der Kunde sie bedienen kann. Wir selbst achten schon im von Vornherein darauf, dass wir den Kunden dahin leiten, dass er Produkte auswählt, die KNX-zertifiziert sind und die wir ins System einbinden können. Damit wir einfach später keine Probleme haben. Also je früher man da im Boot ist, umso sicherer kann man sein, dass man später im Projekt keinen Ärger hat.

CC: Was war die größte technische Herausforderung während eines Projekts und wie wurde Sie gelöst?

Anton Hieber: Das spannendste war für einen Kunden, der wollte für seine Wohnung eine spezielle Kühldeckenregelung haben, und zwar in der Hinsicht, dass die Kühldecke weiterkühlen soll, obwohl der Taupunkt ausfällt. Die Ingenieure des Herstellers haben gesagt: »Das geht nicht.«

Ich habe gesagt: »Doch das geht schon. Ich weiß nur noch nicht genau, wie lange ich dafür brauche und was das Ganze kosten wird.« Dann hat er mir mal einen Kostenrahmen gesteckt: Was gibt es da und wie viel soll es maximal kosten?

Darauf habe ich damals zugesagt: »Das geht!«, und dann haben wir eine Kühldeckenregelung entwickelt, die mit Sicherheit ziemlich aufwendig gewesen ist, aber es ist ziemlich cool geworden. Seitdem haben wir diese mehrfach so wieder verbaut.

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Starkes Licht: Impressionen aus Anton Hiebers Showroom.

CC: Eine kreative Lösung für ein außergewöhnliches Problem! Wir hatten Klaus Geyer zu Gast bei uns und dieser hat uns bereits erzählt, dass die Arbeit als System-Integrator über die Elektroinstallation hinaus geht und man in einer kreativen Rolle ist.

Anton Hieber: Das ist absolut richtig! Das tolle daran ist, dass man mit KNX sowas wie einen großen Baustein-Kasten hat. KNX gibt es in allen Bereichen der Technik und wir picken uns die Sachen raus, die uns Spaß machen und können aus einem kleinen Baustein einfach ein großartiges und spannendes Projekt machen. Was die Anforderungen der Kunden einfach umsetzt und das ist genau der Punkt, den man mit KNX machen kann. Die Kunden treten mit völlig verrückten Wünschen an uns heran. Die denken oft ganz anders als wir Techniker es tun. KNX gibt uns den Baukasten an die Hand, um es dann zu lösen.

CC: Wie machen Sie die Gebäudesteuerung intuitiv?

CC: Als SI sind Sie sowas wie ein »technischer Forscher«, der ständig auf der Suche ist, da neue Konstellationen zu finden, oder?

Anton Hieber: Das ist auch das, was ich auch immer meinen Programmierern sage: Denen kaufe ich alles, was neu am Markt ist. Alles was es da so gibt zum Austesten wird bei uns grundsätzlich alles gekauft. Wir geben das dann zu unseren Programmierern und die testen das dann alles einfach aus. Und wenn das ins Portfolio passt und wir sagen: »Da können wir coole Sachen für die Kunden draus machen«, dann nehmen wir das in unser Programm auf. Aber auch wenn wir dann merken: »Hört sich zwar spannend an, ist aber total frickelig und instabil«, dann nehmen wir es nicht auf. Aufgrund dessen wissen wir dann zum Beispiel schon beim Kunden: »Lass mal da lieber die Finger davon.«

CC: Diese neuen Technologien, die sie einkaufen, die finden nicht nur bei Projekten Anwendung, sondern auch in Ihrem Showroom?

Anton Hieber: Das ist der Punkt: Manchmal ist es so, dass etwas ganz neu am Markt ist, und Sie müssen es als erstes beim Kunden neu einbauen. Dann müssen wir dem Kunden sagen: »Hör zu, das ist jetzt ganz neu, du willst es aber haben. Da können wir nicht 100 % sagen, dass alles reibungslos läuft.« Alles andere versuchen wir vorher hier bei uns im Showroom zu implementieren und zu testen. Das ist der Vorteil, wenn man so viele Räume hat, wie wir, wo wir alles einbauen und live im Umfeld testen können. Das macht dann den Unterschied aus, dass wir später nicht auf der Baustelle stehen und sagen: »Oh, Mensch. Das ging jetzt leider in die Hose.«